Jahresbericht 2017

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20 Jahre

Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft

Jahresbericht 2017

Das Jahr 2017 hat uns viele Ereignisse gebracht, die uns zeigen: „Es ist erforderlich, dass es unsere Stiftung gibt“. Über Zahlen und Statistiken werde ich mich an dieser Stelle nicht auslassen. Nur so viel: Die Steigerung der Anfragen in unsere Stiftungshäuser kommen zu dürfen ist nun das 3. Jahr in Folge angestiegen. Von 2016 auf 2017 waren es etwas mehr als 10%.

Der tragische Einsatz des Spezialkommandos gegen Reichsbürger in Nürnberg im Jahr 2016 ist wohl noch vielen in Erinnerung. Dabei fand ein Kollege den Tod und zwei wurden schwer verletzt. Weiterhin das schlimme Ereignis im Juni 2017 auf dem S-Bahnhof in Unterföhring, bei dem unsere Kollegin schwerstens verletzt wurde und nie wieder die Chance auf ein Leben mit uns bekommen wird.

Dies sind nur 2 Beispiele, wo unsere Hilfe sofort gefordert wurde und sich bis heute noch auswirkt.

Die Belastungen der Kolleginnen und Kollegen für Geist und Seele, die auch weitreichend in die Familien übergreifen, sind nicht abzusehen. Daher bleibt unsere Aufgabe fortlaufend und wir müssen auf weitere Steigerungen gefasst sein, da, wie jeder erkennen kann, die Übergriffe und Aggressionen auf Polizeibeamtinnen und –beamte immer häufiger zum Alltag gehören.

Der Angriff auf das SEK Nordbayern mit dem Tod des Kollegen hat gezeigt, dass auch für die Familienangehörigen jetzt noch deutlicher klar geworden ist, dass selbst professionell geschützte Beamte bei solchen Einsätzen verletzt werden können. Die Schäden an Leib und Seele machen auch den Angehörigen nachhaltig zu schaffen.

Wir sind der Meinung, dass für diese Art der Bewältigung der Probleme nicht genug getan wird. In alle politischen und dienstlichen Bereiche geben wir unsere Erfahrungen weiter, da wir mit immer mehr traumatisierten Kolleginnen und Kollegen rechnen.

Wer erwartet, dass Dienstfähigkeit erhalten bleibt, auch wenn Körper, Geist und Seele geschädigt sind, der muss andere Möglichkeiten der Auszeit und Regeneration als bisher schaffen. Die Rückführung in den Vollzeitdienst muss Vorrang vor der Frühpensionierung haben. Die Aufarbeitung mit Psychologen und Seelsorgern muss auch für die Partnerinnen und Partner erfolgen.

Wir als Stiftung sind auf Grund unserer Erfahrung schon tätig geworden. Es bleibt zu hoffen, in wieweit auch IM Joachim Herrmann, MdL für dieses Thema sensibilisiert werden kann. Wir stehen auch da über seine Mitarbeiter im Kontakt. Die Beispiele sollen wachrütteln und erfordern immer wieder neue Ideen.

Hierzu möchte ich auf unser neues Projekt „Therapieraum Natur“ aufmerksam machen. Sie fragen sich sicher jetzt, was hat das mit der Stiftung zu tun? Das Projekt soll mit uns, den Bayerischen Staatsforsten und der Allianz Umweltstiftung durchgeführt werden. Bei unserem Aufruf um Mithilfe im Oktober 2017 meldeten sich ca. 72 Kollegen, die das Projekt tatkräftig unterstützen möchten. Unter fachmännischer Anleitung werden diese Kollegen mithelfen und gestalten.

Es geht dabei um ein 14.000 qm² großes Waldstück hinter unseren Stiftungshäusern in Fall. Dieses besteht momentan aus einer Fichtenmonokultur und soll in einen Bergmischwald mit einer lebendigen Hecke, blühenden Sträuchern, Wildobstbäumen und heimischen Laub-und Nadelbäumen neu angelegt werden. Dazu wird ein rollstuhl- und kinderwagengerechter Weg angelegt, wie auch ein Trocken- und Feuchtbiotop.

Das Projekt wird über 10 Jahr nachhaltig von uns zum einen und zum anderen Teil von der Allianz Umweltstiftung finanziert. Dazu benötigen wir noch einige Spenden. 80% unseres Anteils steht bereits durch Förderkreismitglieder und Privatpersonen, die uns schon unterstützt haben.

Der erste sichtbare Abschnitt soll zu unserem 20-jährigen Jubiläum im Juni 2018 mit der Pflanzung von ca. 1.000 Bäumen und Sträuchern schon fertiggestellt sein.

All unseren Freunden und Gönnern kann ich nur von Herzen „DANKE“ sagen und ich hoffe, dass es auch in Zukunft so gut weiter geht.

„Ihr Freund und Helfer“ braucht Sie mehr denn je.

 

Berend Jochem
Vorsitzender der Stiftung