Jahresbericht 2016

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Jahresbericht 2016

Das Jahr 2016 war ein ereignisreiches Jahr für Ihre „Freunde und Helfer“, leider eines mit negativer Entwicklung.

Die Missachtung und teilweise gefährlichen Verletzungen für die Polizei, die Feuerwehr und Sanitäter sind sehr bedenklich. Wohin soll es führen, wenn zunehmende Radikalisierung die Helfer und Retter darüber nachdenken lässt: „Soll ich alles sehen, soll ich alles hören und alles tun? Was passiert mit meiner Familie, was mit meiner Zukunft? Habe ich allein die Verantwortung für die Fehlentwicklung in der Politik? Bin ich das sichtbare Zeichen für die Verachtung durch die Wutbürger? Wo ist die Mitte, der namenlose Anständige, der sich vor seine Helfer stellt?“ Dieses geschieht ja nicht mal durch den Staat!!! Hier meine ich alle Parteien und nicht nur einige wenige Persönlichkeiten, die wohl immer seltener werden.

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, Planstellen alleine haben noch nie mehr Helfer auf die Straßen gebracht. Bis die „Neuen“ da sind, sind andere bereits weiter ausgelaugt oder ziehen die Notbremse.

Wir stellen fest, dass im Jahr 2016 Dinge in Bayern und Deutschland passiert sind, die mit Worten und Planungen noch keine Wende für die Überbelastung bringen.

2016 war in Würzburg die Axtattacke, in Ansbach der Anschlag, in München der Anschlag am Olympiaeinkaufszentrum, in Hannover die Messerattacke usw. Alle nicht vorher erkennbaren Taten. Der Tod eines SEK-Beamten, den bei Nürnberg bis dato ein harmloser Spinner tötet, ein sogenannter Reichsbürger.

Aus diesen und vielen anderen Einsätzen kommen nicht nur verletzte Kräfte, sondern zunehmend auch traumatisierte Kollegen zurück. Die Traumatisierten waren nicht in Afghanistan, sondern kommen aus allen Bereichen in denen wir leben. Die Traumatisierungen brauchen im Gegensatz zu Knochenbrüchen erheblich länger zur Heilung manchmal sogar unendlich, bis der weitere dienstliche Einsatz wieder gegeben ist.

In den Häusern unserer Stiftung haben wir im Jahr 2016 eine weitere Zunahme der Besucher zu vermelden, sie brauchen häufig längere oder mehrmalige Auszeiten. Manche Kollegen sind nicht mehr in ihrer bisherigen Aufgabe einsetzbar. Wie will man dem begegnen? Was erst, wenn der für diese Berufe geeignete junge Mensch, Frau oder Mann sagt: „Nein danke, mit mir nicht mehr!“

Nun genug der Bedenken, Sie wollen doch das Erfreuliche lesen. Wir haben mit verschiedenen Aktionen den Begriff „Hilfe durch Selbsthilfe“ deutlich steigern können. Die Sparschweinaktion zu Gunsten der Stiftung in Bayern verlief verstärkt. Die beiden großen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern haben bei Ihren Ministerien in Düsseldorf und München eine eigene Polizeistiftung, die durch den HPR- Hauptpersonalrat verwaltet wird. Sie unterstützen die Aufnahme von im Dienst verunfallten Kolleginnen und Kollegen, wenn sie in unseren Häusern einen Aufenthalt bekommen und beteiligen sich an den Kosten. So konnte ein Netzwerk beginnen, indem „Helfer ihren Helfern helfen“! Dank an den Kollegen Salomon aus NRW und Kollegen Wittmann aus Bayern.

Der Stiftungsbeirat hatte durch das Ausscheiden unseres Polizeipfarrers Erwin Wild eine Nachwahl. Es wurde der LKA Polizeipräsident a.D. Peter Dathe berufen. Damit setzt die DPolG die Tradition fort, nicht nur ihre verdienten Leute zu berufen, sondern zeigt damit, dass die Stiftung „Freund und Helfer“ aller Einsatzhelfer ist. Nicht nur der Polizeibeamten und schon gar nicht abhängig von einer Gewerkschaft. Auch aus der Justiz sind die Justizvollzugsbeamten bei uns gern gesehene Gäste.

In den Polizeipräsidien München und Nürnberg haben die Polizeipräsidenten Vorbehalte aufgegeben und erlauben nun vermehrt das Aufstellen von Stiftungsschweinen. Der Bürger darf seine Spende, die die Beamten nicht annehmen dürfen in der Polizeiwache in ein Sparschwein werfen. Ich freue mich darüber sehr, denn „Kleinvieh macht auch Mist“. In meiner Vision denke ich: „Was wäre wohl, wenn in jeder Dienstelle so ein Schwein gehütet werden darf“? Dies würde manche einmalige Großspende dauerhaft ersetzen und ergänzen.

Der „Poli Soli“ in Nürnberg wächst langsam aber sicher. Macht bitte weiter Werbung dafür, er ist nicht nur auf Mittelfranken oder Bayern beschränkt.

Die Blaulicht Partys der „Jungen Polizei“ bringen auch ständig neues Geld in die Kasse. Dahinter steht eine bemerkenswert aktive Gruppe, die vorausschauend handelt.

Die Schlittenaktion aus Unterfranken mit dem „Hackl Schorsch“ war eine sehr gute Aktion zum Jahresabschluss. Die spontane Idee einer Schlittenversteigerung mit Originalunterschrift von ihm hat über 1.000,- € eingebracht.

Die Fahrradtour von Flensburg nach Fall durchgeführt von Klaus Vöge und Dieter Skodda aus Hamburg war eine weitere Aktion zu Gunsten der Stiftung im Jahr 2016. Sie „radelten“ uns über 20.000,-€ aus ganz Deutschland zusammen. Danke, danke nach Hamburg für die Männer mit klarem Kopf und viel Herz.

Und noch eine interessanteste Aktion zum Schluss: Der Bundesvorsitzende der DPolG Rainer Wendt schreibt ein Buch „Deutschland in Gefahr“, erschienen im Riva – Verlag, verzichtet auf sein Honorar und wir sind mit 50% beteiligt! Danke lieber „Bundes Rainer“, so wird er von seinen Freunden genannt. Da wurde nicht nur geredet, sondern geholfen.

Dies war nur ein kleiner Eindruck der verschiedenen Möglichkeiten aus 2016 zu helfen. Ich bin sicher, mancher Leser dieses Berichtes hat ebenso gute Ideen. Bitte lassen Sie es uns wissen. Wir stehen mit Rat und Tat Ihrer Idee zur Seite. Das Wichtigste ist doch noch immer: Wir brauchen „Freunde und Helfer“ für die Betroffenen und Opfer.

Ein kleiner Dank zum Schluss an Karl-Heinz Rummenigge, Jan-Christian Dreesen und Dr. Edmund Stoiber für die seit Jahren zur Verfügung gestellten Jahreskarten, die an Helfer und Freunde sowie Besucher der Stiftung vergeben werden, sie kommen sogar aus dem Hohen Norden und scheuen keine Anreise. Auf diese Weise können wir „Dank“ sagen.

Unsere Stiftung ist froh, dass wir bis heute durch die Hilfsbereitschaft unzähliger Unbekannter existieren können aber wir sind immer wieder auf neue Helfer angewiesen.

Danke für Ihre Verbundenheit.

Im Namen der Stiftung

Berend Jochem