Jahresbericht 2011

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Jahresbericht 2011

Das 14. Jahr der Stiftung war wieder sehr ereignisreich.

Der Name unserer Stiftung sowie das was sie bewirken und leisten kann, dringt immer mehr in das Bewusstsein unserer Kolleginnen und Kollegen und die öffentliche Wahrnehmung ein. So haben sich die genehmigten Stiftungsfälle 2011 auf über 100, im Vergleich zu 81 im Vorjahr, erhöht. Dazu gehören ganze Familien und engste  Angehörige von Geschädigten. Die  Betroffenen verbrachten, je nach Schwere der Schicksale, unterschiedlich lange Aufenthalte in unseren Häusern.
Zudem unterstützten wir auch die Arbeit der in den vergangenen Jahren hinzugewonnenen Partner – wie den Sozialen Dienst oder den Zentralen Psychologischen Dienst – die sich auch den Schwierigkeiten unserer Berufsgruppe annehmen.

Die Rückführung in das „normale Leben“ ist unser oberstes Ziel. Wir ersetzen dabei keine Behandlung oder Therapie, sondern wir helfen durch unser „Dasein“ und unterstützen Betroffene dabei, wieder in den Alltag zurückzufinden. Sinn und Zweck ist es dabei, Betroffenen durch Hilfe zur Selbsthilfe unter die Arme zu greifen.
Bei allen Geschehnissen, die unsere Unterstützung erforderlich machen, ist es wichtig, dass der Geschädigte selbst dahin kommt wieder Freude zu empfinden, damit Körper, Geist und Seele wieder in Einklang stehen. Bei uns kann er auch Ruhe und Kraft aus der Natur schöpfen: in den Bergen, an Seen und Flüssen.

Im Herbst  2011 ereilte uns die schreckliche Ermordung unseres Kollegen in Augsburg. Dieses Geschehnis ging durch die Medien – bis in den letzten Winkel der Republik. Über das Leid der Familie, der Freunde und Kollegen wollen wir uns hier nicht äußern.
Wir wurden in diesem speziellen Fall von einer Stiftung aus Hamburg großzügig unterstützt und können  somit der Familie aber auch der Kollegin, die am Tatort dabei war die benötigte Hilfe leisten. Auch die Kollegin wurde getroffen und muss das  Erlebte bewältigen. Sie ist dadurch eine klassische Person, die von unserer Stiftung uneingeschränkt unterstützt wird. 
Auch möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bei den vielen bekannten und unbekannten Spendern bedanken, die in dieser Situation außerordentliche Hilfe und Unterstützung leisteten. Ohne vermessen zu sein: Würde es die Stiftung nicht schon geben, man müsste sie gründen.
Dieses tragische Ereignis hat nun medienwirksam eine große Aufmerksamkeit darauf gerichtet, wie und wer in solchen Situationen Hilfe geben kann. Dadurch ergaben sich für uns viele Anfragen, Interviews und Gespräche bis hin zur Fernsehberichterstattung in der ARD Sendung „Brisant“.

Wir freuen uns sehr, dass es in verschiedenen Regionen deutschlandweit durch Sammel- und Spendenaktionen von Kolleginnen und Kollegen vor Ort zu einer beachtenswerten Größe von Kleinspenden gekommen ist. Wir dürfen hierin zu Recht den Beweis sehen, dass die Hilfe durch Selbsthilfe großgeschrieben wird.

2011 war festzustellen, dass die Unterstützungen der Justiz durch Bußgelder sehr unterschiedlich und wechselnd waren. Es ist somit auch in Zukunft enorm wichtig, dass wir im Einzugsbereich eines Oberlandesgerichtes aktive und helfende Kolleginnen und Kollegen vor Ort haben, die die Aufmerksamkeit auf unsere Zielsetzung ziehen.

Unser Augenmerk für 2012 richten wir besonders darauf, netzwerkartig die Stiftungen zusammen zu fügen, die unseren Berufsgruppen helfen. Denn gemeinsam können wir noch mehr erreichen und stiftungs- und spendenwillige Bürger geraten nicht durcheinander, wen sie unterstützen möchten. Unser Ziel ist es die gemeinsame Arbeit mit der Polizeistiftung beim Bayerischen Innenministerium (für im Dienst Geschädigte) durch Aktionen in Bayern zu festigen und auszubauen.

Auch die Politik darf sich nicht aus ihrer Verantwortung ziehen. Denn es ist nicht ein Fehlverhalten der verletzten Polizistinnen und Polizisten sowie der Sicherheitskräfte insgesamt, das für die Erhöhung der Gewaltbereitschaft verantwortlich ist. Die Politik selbst muss die eigenen Maßstäbe überdenken, mit denen sie gegen die Gewalt – von links, von rechts, in Fußballstadien oder durch religiöse Fanatiker – vorgeht. Deeskalation und Schmusekurse müssen auf den Prüfstand! Der Staat darf nicht feige sein und uns im  Regen stehen lassen. Das Gute hat sich gegen das Schlechte zu wehren und die Politik hat die Voraussetzungen zu schaffen, die die Bürger in ruhigeres Fahrwasser lenken.
Als Stiftung erfahren wir durch Betroffene verschiedene Ursachen für die erhöhte Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft. Wir werden diese  auswerten und öffentlich machen. Wir werden versuchen ein mahnender Zeigefinger zu sein und mitdenkende und engagierte Bürger auffordern und darin bestärken, Zivilcourage zu zeigen. Eine gewalttätige Minderheit darf nicht eine bequeme und wegschauende Mehrheit beherrschen.

Bei diesen Überlegungen zum Jahreswechsel rüttelt uns der Mord an einem Staatsanwalt in Dachau erschreckend wach. Die Missachtung aller Regeln staatlicher Gewalt gewinnt auch in der Justiz sichtbare Formen. Wir werden uns mit allen zur Verfügung stehenden Kräften gegen Fehlentwicklungen wehren und weiterhin Geschädigten und Betroffenen Hilfe gewähren, um für sie eine bessere Zukunft zu erreichen.