Stiftungstag 2010

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„Gewalt in unserer Gesellschaft“

Noch vor der offiziellen Eröffnung durch Oberbürgermeisterin Frau Dr. Roth, begann am 5. Mai in Frankfurt der dreitägige Deutsche Stiftertag vor ca. 300 Zuhören mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Gewalt in unserer Gesellschaft“.

Eröffnet wurde die Runde durch ein kurzes Schauspiel „Am Ende der Angst“ der Theatergruppe Werkraum Karlsruhe. Danach führte Prof. Dr. Christian Pfeiffer, als versierter Stiftungsgründer, sehr überzeugend mit einem Impulsvortrag in das Thema ein. Unter der hervorragenden Moderation von Kathrin Succow, Geschäftsführender Vorstand der Hauck & Aufhäuser Kulturstiftung, nahmen an der darauffolgenden Diskussionsrunde neben Prof. Pfeiffer auch  Jutta Speidel, Jerome Braun, Anetta Kahane und Berend  Jochem als Vertreter der Stiftung der DPolG teil.

In der lebhaften und engagierten Diskussionsrunde ließ Frau Succow den Teilnehmern einen angemessenen Raum zur Darstellung ihrer Anliegen. Prof. Pfeiffer, der wissenschaftliche Experte zu diesem Thema, ging tiefgreifend auf andere Auffassungen und  Erfahrungen ein.

Besonders interessant war, dass er den unermüdlichen Einsatz der Stiftung der DPolG hervorhob, da eindeutig eine Zunahme von Gewalt gegen Polizeibeamte zu verzeichnen sei. Stiftungsengagement sei besonders dort wichtig, wo der Staat sich zurückziehe oder nur unzureichend präsent sei.

Frau Kahane argumentierte in der Diskussion zunächst einseitig, da sie nur eine steigende Gefahr für Polizeibeamte von der rechtsextremen Seite sah. Jochem wendete dagegen ein, dass Gewalt sowohl von rechts als auch von links käme. Für einen geschädigten Polizeibeamten sei es zudem egal, von wem ein Wurfgeschoss abgefeuert wurde. Prof. Pfeiffer attestierte eine deutlich zunehmende Gewalt durch die Linke. Dies sei statistisch belegbar.

Jutta Speidel, die mit einem Projekt obdachlose Kinder und Mütter unterstützt und begleitet, äußerte deutlich ihr Unverständnis über die Rücksichtslosigkeit in unserer Gesellschaft und die Gewalt gegen Polizeibeamte. Außerdem forderte sie eine Erhöhung des Engagements, um Zivilcourage zu steigern, damit wachsender Gewalt der Nährboden genommen werde.
Jerome Braun, der sich deutschlandweit als Geschäftsführer der Stiftung Hänsel & Gretel gegen den Kindesmissbrauch engagiert und in Gesprächs- und Therapieräumen Ruheinseln für diese Kinder schafft, erwähnte die exzellente Zusammenarbeit mit der DPolG in Berlin und die hohe soziale Kompetenz von Bodo Pfalzgraf.
Die Relevanz und Aktualität des Themas zeigte sich auch im regen Interesse des Publikums, das sich bis zur letzten Minute aktiv an der offenen Diskussion beteiligte.

Das Fazit der Veranstaltung verdeutlichte das Bewusstsein über die Gefahren des Polizeiberufes und bestätigte die Relevanz der Arbeit der Stiftung der DPolG. Berend Jochem nutzte die beiden weiteren Tage des Stiftertages um vielseitige Gespräche mit Besuchern der Podiumsdiskussion  zu führen. In diesen Dialogen wurde klar, dass die Arbeit der Polizei von unseren Mitbürgern sehr geachtet und wertgeschätzt wird.

Berend Jochem und Vorstandsmitglied Helmuth Scharnagl sprachen Jutta Speidel für die Kinder und Frauen ihrer Stiftung eine Einladung zu einem Grillfest am Walchensee aus.

Foto: Jutta Speidel und Berend Jochem in der Diskussionsrunde